Q&A: Was ist, wenn sich scheinbar nichts ändert?

Frage:

 

Ich lasse mit den hier besprochenen Methoden jetzt schon länger an einem Thema los. Zwar merke ich, dass es kontinuierlich leichter und weniger einnehmend wird, aber dennoch habe ich oft das Gefühl, dass sich nichts tut und die gleichen Gefühle/Gedanken aufkommen. Mache ich etwas falsch?

 

Antwort:

 

Diese Frage erhalte ich sehr häufig und habe sie mir selbst bereits unzählige Male gestellt, wenn ich wieder mal das Gefühl hatte, nicht vorwärts zu kommen.

 

Die Antwort darauf ist allerdings klar. Wenn wir uns unserem Innenleben und unseren Mustern zuwenden und damit beginnen, sie loszulassen, dann machen wir grundsätzlich nur eine Sache: wir machen Unbewusstes bewusst. Mit jeder Sekunde, in der wir keinen Widerstand leisten, uns eine Loslass-Frage stellen oder einfach etwas nur willkommen heißen, legen wir unweigerlich einen Teil des ins Unbewusste verdrängten Materials frei. Es ist nachvollziehbar, dass die Menge dieses Materials sehr groß ist, wenn man sich überlegt, wie man bisher sein Leben lang mit unerwünschten Elementen seines Erlebens umgegangen ist. Nimmt man noch die Erkenntnisse der Epigenetik hinzu, dann tragen wir zudem auch noch Muster unserer Vorfahren in uns.

 

Beim Bewusstmachen des Unbewussten kann dabei nie abgeschätzt werden, wie viel Material genau ans Licht kommt. So fühlen sich 10 Minuten Loslassen manchmal so an, als hätten wir einen ganzen Berg abgelegt, und manchmal so, als hätte sich gar nichts getan. Das ist ganz normal. Wovon wir immer ausgehen können, ist, dass genau die Menge aufkommt, die gerade gut und verarbeitbar für uns ist. Und ja, dabei gibt es Einzelfälle, wo z.B. ganze Muster innerhalb von 20 Minuten nachhaltig wegfallen, aber diese Fälle sind die absolute Ausnahme und nicht die Norm! Auch Lester Levenson hatte in seiner 3-monatigen Loslass/Erwachens-Phase Tage, an denen gar nichts ging, und Minuten, in denen sich Welten veränderten. Keine Erwartung zu haben ist also wie immer die beste Erwartungshaltung!

 

Auch kann es helfen, unser Unbewusstes/Verdrängtes in Form von Schichten zu betrachten. Ich habe dazu das Bild unten angehängt, indem ein Blauspektrum – von Blau zu Weiß – abgebildet ist. Wenn du dich immer nur Millimeter um Millimeter nach rechts bewegst, kannst du schnell einmal das Gefühl haben, dass alles gleich bleibt und sich nichts verändert. Es ist SCHEINBAR die gleiche Farbe wie vorher. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass wir mit jedem Millimeter tatsächlich mehr Weiß wahrnehmen, bis wir schließlich beim Weiß angelangt sind. Wenn wir dann auf die Ursprungsfarbe zurückblicken, wird uns klar, wie weit wir gekommen sind auf dem Spektrum.

 

Und so verhält es sich auch bei der Praxis des Loslassens und der Gegenwärtigkeit. Mit jedem Millimeter schimmert mehr Weiß durch das Blaue hindurch. Mit jeder Sekunde des Loslassens schimmert immer mehr die zeit- und grundlose Erfülltheit und der Frieden unseres wahren Wesens durch die scheinbar festen Probleme und "Baustellen" unseres Lebens hindurch. Auch, wenn unser Verstand das oft gar nicht bemerkt ...