Loslass-Übung: Die Vollkommenheit hinter der Unvollkommenheit entdecken

Wir können immer nur dort starten, wo wir sind, nicht dort, wo wir denken, dass wir sein sollten. So verlieren wir uns auch oft beim Loslassen in Gedanken wie "Ich weiß gar nicht, wo ich starten soll" oder "ich weiß gar nicht, was mit mir los ist" und denken dann, dass wir erst mit dem Loslassen beginnen können, wenn wir das wüssten.

 

Dabei offenbart sich bereits bei diesen scheinbar aussichtslosen Gedanken der Punkt, wo wir mit dem Loslassen ansetzen können. Das Großartige am Loslassen ist, dass es VON SELBER wirkt, ohne dass wir es bewusst steuern müssen. Alles, was ans Licht des Bewusstseins kommen muss, kommt von selber auf, wenn wir uns einfach nur öffnen.

Praktisch bedeutet das, dass wir beim Loslassen extrem allgemein bleiben können, ohne dass das Loslassen dadurch an Tiefe verliert. Ich muss nicht wissen, was mir als 2-Jähriger passiert ist, um die Angst loszulassen, die ich JETZT gerade spüre. Mein jetziger Zustand entscheidet und da setzt das Loslassen an.

 

Aus diesem Grund die heutige Übung mit der Methode des holistischen Loslassens:

 

Übung: Holistisches Loslassen

 

Wenn du jetzt das Gefühl hast, dass diesem Augenblick (oder deinem Leben) etwas fehlt, dann lade dieses Unvollkommensein einmal in dein Bewusstsein ein. Erlaube dir, diese Unvollkommenheit etwas zu spüren und wahrzunehmen.

 

Nun beginnt der eigentliche Prozess:

 

1. Stell dir jetzt die folgende Frage. Dabei musst du NICHTS tun, sondern dich einfach so gut es geht, allem öffnen, was dabei aufkommt (Gedanken, Bilder, Gefühle, Körperempfindungen). Antworte intuitiv und reflektiere NICHT über die Frage. Hinterfrage auch nicht die Antwort, die aus deinem Innern kommt. Es ist egal, ob dein Herz mit Ja oder Nein antwortet. Deine Ehrlichkeit mit dir selbst ist entscheidend.

 

Frage dich: "Kann ich mir jetzt erlauben, diesen Moment genauso unvollkommen zu empfinden, wie ich es tue?"

 

Lasse die Frage einfach wirken und BEOBACHTE ohne Zensur und große Beurteilung alle Gedanken und Gefühle, die aufkommen. Dabei kann eine Antwort aufkommen, muss aber nicht. HINWEIS: Auch ein Gefühl von "nichts" ist ein Gefühl! Es ist eine emotionale Leere, die nicht einfach so da ist, sondern es ist eben genau die Reaktion, die es bei DIR gerade gibt. Zulassen.

 

Lass die Frage etwa 30 Sekunden wirken.

 

3. Frage dich: "Könnte ich mich jetzt der Möglichkeit öffnen, die Vollkommenheit in diesem Moment zu sehen?"

Selbes Spiel wie oben. Alles darf aufkommen, positiv, negativ, angenehm, unangenehm, eng, weit, Wut, Freude, Trauer ... ALLES!

 

Lass die Frag etwa 30 Sekunden wirken.

 

4. Wechsle jetzt mindestens 5x zwischen den Polen hin und her (mehr ist besser).

 

------------------

Schau zu, wie sich die Pole von Mal zu Mal in ihrem Inhalt und ihrer Qualität verändern. Es kann von der Ladung weniger werden oder zuerst auch mal intensiver. Was aber nach einigen Durchgängen UNWEIGERLICH passiert, ist, dass die Pole sich gegenseitig zu neutralisieren beginnen. Die Pole verlieren mehr und mehr an Profil und es stellt sich eine grundlegende Qualität von Frieden und Gelassenheit ein. Oft wird alles irgendwie leer (im friedlichen Sinne) und das Konzept von Vollkommenheit/Unvollkommenheit verliert komplett an Bedeutung.

 

Ich freue mich auf eure Erfahrungen und euer Feedback :)

 

Herzlich,

Ugi

www.ugimueller.ch

 

P.S. Ein tolles Tool für das holistische Loslassen findet ihr hier. Es handelt sich um einen Timer, der sich unendlich mal wiederholt. Man kann z.B. 35 Sekunden eingeben und dann auf "Set" und anschließend auf "Start" klicken. So hat man immer einen Signalton zum Pol-Wechsel:

 

https://www.online-stopwatch.com/loop-countdown/